Sturm „Herwart“ ist durchgezogen

3 Einsätze verursachte das Sturmtief Herwart am Sonntagvormittag 29.10.2017 in Ottobrunn

Die Medien und KATWARN warnten vor dem Durchzug des Herbststurms und bereiteten die Bevölkerung auf Orkanböen vor. Für den Großraum München ging es wohl recht glimpflich aus. Von etwa 100 sturmbedingten Einsätzen im Landkreis München berichtet die Feuerwehreinsatzzentrale gegenüber den Medien.

Auch die Ottobrunner Feuerwehrleute hatten sich auf das erhöhte Einsatzaufkommen eingestellt und waren wenig überrascht, als um 6.24 Uhr die Funkwecker Alarm schlugen. Die Überraschung kam mit der Alarmmeldung: Kein Unwettereinsatz sondern „Feuermelder Hotel“. Ein Hotelgast hatte – vermutlich unter Alkoholeinfluß – den Lichtschalter mit dem Feuermelder verwechselt und davon zwei eingeschlagen. Nach kurzer Kontrolle des Hotels konnten die Kameraden bald wieder einrücken.

Um 10.03 Uhr alarmierten die Funkwecker aber wegen eines Baumes, der in der Meisenstraße umzufallen drohte. Garage, Haus und Stromfreileitung zum Dachständer hätten beschädigt werden können. Daher kappte ein Dutzend Einsatzkräfte von der Drehleiter aus den oberen Bereich des Baumes, um ihm die Windangriffsfläche zu nehmen. Nach einer Stunde konnten sie wieder im Gerätehaus einrücken, um dort den Korb der Drehleiter und die Kettensäge von Sägespänen zu reinigen.

Neun Kameraden blieben zuerst im Gerätehaus in Bereitschaft. Sie rückten um 10.37 Uhr mit dem LF 16/12 in den Haidgraben aus. Aus dem Wall der ehemaligen Fliegerhorsteinfriedung war ein morscher Baum im Wind quer über die Straße gekippt und dabei in viele kleine Stücke zerbrochen. So brauchten die Einsatzkräfte den Stamm und die Äste nur von der Straße zu ziehen und in der Grünanlage abzulegen.

Da die Wettervorhersage einen immer wieder in Böen auffrischenden heftigen Sturm ankündigte, ordnete der Einsatzleiter eine Einsatzbereitschaft im Gerätehaus bis 12.45 Uhr an. Die Zeit nutzten einige Kameraden für ihre Arbeiten. So traf sich das Team der Atemschutzwerkstatt spontan zu einer Besprechung und der Schriftführer erledigte Büroarbeiten. Abschließend rückte um 12.29 Uhr nach einem Anruf eines Bürgers das KLAF mit drei Einsatzkräften aus, um in der Händelstraße an einer Baustelle den auf Gehweg und Straße gekippten Bauzaun zu beseitigen.

Vom Korb der Drehleiter entasteten die Einsatzkräfte den oberen Teil des Baumes, um ihm die Windangriffsfläche zu verringern.
Im gegenüberliegenden Fenster spiegelte sich der Rettungskorb der Drehleiter.
Am Haidgraben wurden die Bruchstücke des morschen Baums von der Straße getragen.
Das mit der Werbung des Bauträgers bespannte Feld aus dem Bauzaun wehte der Sturm um. Die Feuerwehr räumt es auf die Seite.